Operationstechnische Assistenz

Eine Herausforderung mit Verantwortung und präziser Beobachtungsgabe, denn Operationen sind immer mit Risiken für die Patientensicherheit verbunden. Du bist das O im Interprofessionellen Team und bereitest den OP – Saal und sowie das dazugehörige Equipment auf die bevorstehende Operation vor. Du prüfst standardisiert notwendige Geräte und Instrumente. Während der OP achtest du auf die Einhaltung der Hygienevorschriften und auf die Patienten Sicherheit. Als Instrumentierende reichst du während der Operation vorausschauend die benötigten Materialien an. Dein Verantwortungsbewusstes und kompetentes Handeln wird zu jeder Zeit im Operationsgeschehen den richtigen „Tupfer“ oder das richtige „Skalpell“ den Operateur*Innen anreichen. Damit bist du im Interprofessionellen OP- Team eine wichtige Schlüsselstelle.


Als OTA kannst du auch bei Eingriffen assistieren, die zur Diagnose von Krankheiten vorgenommen werden. Auch dabei behältst du immer einen Überblick über die Gesamtsituation rund um den Patienten und das interprofessionelle OP-Team – während und auch direkt nach der Operation.

Nach deiner anspruchsvollen 3-jährigen Ausbildung kannst du in Krankenhäusern, Notfallambulanzen, Fach- oder Uni-Kliniken und in ambulanten Operationszentren tätig sein. Du arbeitest dort mit vielen Kollegen und Kolleginnen aus anderen Berufsgruppen eng zusammen. Ein multiprofessionelles Team besteht z. B. aus Ärzten, Anästhesisten, Notärzten, Pflegekräften oder Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Funktionsdienstes. Gemeinsam für das Wohlergehen und die Genesung von OP-Patienten – dafür setzt du dich ein!

Lernbereiche

Die Ausbildung zur OTA / ATA wird nach dem A-O-Gesetz und der APrV (jeweils in der aktuellen Fassung) angeboten. Um im zukünftigen Berufsfeld handlungskompetent agieren zu können, werden die theoretischen Inhalte in acht Lernbereichen kompetenzorientiert vermittelt.

LB 1. Berufsbezogene Aufgaben im ambulanten und stationären Bereich eigenverantwortlich planen und strukturiert ausführen

LB 2. Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken und ärztliche Anordnungen eigenständig durchführen

LB 3. Interdisziplinäres und interprofessionelles Handeln verantwortlich mitgestalten

LB 4. Verantwortung für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit übernehmen (lebenslanges Lernen), berufliches Selbstverständnis entwickeln und berufliche Anforderungen bewältigen

LB 5. Das eigene Handeln an rechtlichen Vorgaben und Qualitätskriterien ausrichten 

LB 6. Mit Patientinnen und Patienten aller Altersstufen und deren Bezugspersonen unter Berücksichtigung soziologischer, psychologischer, kognitiver, kultureller und ethischer Aspekte kommunizieren und interagieren

LB 7. In lebensbedrohlichen Krisen-und Katastrophensituationen zielgerichtet handeln

LB 8. Hygienische Arbeitsweisen umfassend beherrschen und beachten

Diese acht Lernbereiche werden in beruflichen Lernsituationen erarbeitet, um die für die Berufsausübung erforderlichen fachlichen und methodischen Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Durchführung und zur Mitwirkung in den operativen oder anästhesiologischen Bereichen der stationären und ambulanten Versorgung. Die dazu benötigten Lernkompetenzen sind neben weiteren persönlichen und sozialen Kompetenzen, wie die Fähigkeit zum Wissenstransfer und zur Selbstreflexion, elementarer Bestandteil in der Ausbildung. Die Vermittlung in den acht Lernbereichen erfolgt an dem anerkannten Stand medizinischer, medizinisch-technischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse.

Besonders ist, dass du in allen acht Lernbereichen gemeinsame Ausbildungsinhalte mit der Anästhesietechnischen Assistenz erlebst und differenzierte Ausbildungsinhalte in deinem gewählten Ausbildungsberuf.

Ausbildungsverlauf

Deine Ausbildung zur Operationstechnischen bzw. Anästhesietechnischen Assistenz dauert in Vollzeit drei Jahre. Es besteht die Möglichkeit deine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren, in diesem Fall darf sie höchstens fünf Jahre dauern.

Sie besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht (am Lernort Schule) mit mindestens 2100 Stunden und einer praktischen Ausbildung (am Lernort Praxis) mit mindestens 2500 Stunden.

Diese theoretischen und praktischen Ausbildungsphasen wechseln in einem für drei Jahre festgelegten Turnusrhythmus, der mit einer achtwöchigen theoretischen Phase beginnt und diese endet mit der Hospitationswoche (siehe Highlights der Ausbildung).

Deine Prüfung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil. Deine Probezeit beträgt sechs Monate. Du entscheidest, ob du Operationstechnischen oder Anästhesietechnischen Assistenz wirst.

Lernort Schule

Unsere Ausbildung zielt neben der Entwicklung deiner Fachkompetenz und Weiterentwicklung deiner Methodenkompetenz auch ausdrücklich auf die Förderung deiner Persönlichkeitsentwicklung ab.

  • Toleranz und Respekt prägen unser Miteinander in unserem theoretischen und berufspraktischen Unterricht.
  • Ermutigung und Lob sind uns ebenso wichtig wie gegenseitige Korrektur und konstruktive Kritik.
  • Wir legen Wert auf den Gebrauch einer sachbezogenen, gewaltfreien und wertschätzenden Sprache.
  • Die Freude am und die Selbstverantwortung für das Lernen sollen gegenseitig gefördert werden.
  • Unsere Anliegen machen wir transparent und setzen diese mit Überzeugung und Einfluss, statt mit Macht und Autorität um.
  • Wir lassen nicht zu, dass vereinbarte Regeln unterlaufen werden.
  • Die Gesundheitsförderung für unsere Auszubildenden und unsere Lehrenden liegen uns am Herzen.

Moderne Unterrichtsräume, motivierte Lehrkräfte und Gastdozenten als Fachexperten aus der Praxis sowie unsere Sekretärin freuen sich über ergebnisorientierte, engagierte und tolerante Auszubildende, die an ihren Aufgaben wachsen und sich kompetent entwickeln wollen. Für diese individuelle Entwicklung stellen wir ausgestattete Unterrichtsräume, einen skillslab Raum für berufspraktischen Unterricht, eine digitale Bibliothek, Digitale- und Simulationsmedien und ein Simulationszentrum zur Verfügung. Besuche uns dazu gern auf unseren Social Media Kanälen.

Ein gelungener Theorie – Praxis – Transfer wird durch unsere enge Zusammenarbeit mit dem Lernort Praxis gewährleistet.

Lernort Praxis

OTA Berufsspezifischer Orientierungseinsatz

  • Flexibel gestalteter Einsatz zu Beginn der Ausbildung bei der verantwortlichen Einrichtung der Praktischen Ausbildung    

Allgemeine Pflichteinsätze in folgenden operativen Einsatzbereichen

  • Viszeralchirurgie                                                       
  • Unfallchirurgie oder Orthopädie                                           
  • Gynäkologie oder Urologie                                      
  • Ambulantes Operieren (Krankenhaus/Tagesklinik/Praxis)                                       

Wahlpflichteinsätze in folgenden operativen Einsatzbereichen                (davon mindestens 200 h je Disziplin)

  • Thoraxchirurgie                                                     
  • Neurochirurgie
  • HNO
  • Mund , Kiefer, Gesichtschirurgie
  • Augenchirurgie
  • Gefäßchirurgie
  • Operative Eingriffe bei Kindern
  • Andere Disziplinen

Pflichteinsätze in folgenden Funktions- und Versorgungsbereichen

  • Pflegepraktikum                                                       
  • Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung bzw. Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte                    
  • Anästhesie                                                                
  • Notaufnahme und Ambulanz                                   
  • Interventionelle Funktionseinheiten (Endoskopie, Katheterlabore, etc.) 

Neben der Selbstverantwortung für dein Lernen hast du ausreichende unter Anleitung stehende Ausbildungsplätze in der Berufspraxis zur Verfügung. Diese Praxisanleitungen im Berufsfeld übernehmen berufspädagogisch qualifizierte Praxisanleiter. Sie sorgen in 10 % deiner Praxiseinsatzzeit in gezielten Praxisanleitungen dafür, dass du schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung deiner beruflichen Aufgaben herangeführt wirst.

Neben der gezielten Praxisanleitungen, wirst du in der Praxis regelmäßig Praxisbegleitungen erleben, in denen Praxisanleiter und Lehrkräfte gemeinsam deine Kompetenzentwicklung beobachten und einschätzen.

Berufliche Perspektiven

Fort- und Weiterbildungen als Vertiefung deiner beruflichen Kenntnisse, als Lebenslanges Lernen unterscheiden sich, Fortbildungen beziehen sich auf eine konkrete Anforderung im Rahmen deiner aktuellen Tätigkeit, Weiterbildungen dienen zum Erwerb einer zusätzlichen Qualifikation. Typischerweise gibt es berufspädagogische Zusatzqualifikationen zur Praxisanleitung, Fortbildungen im Wund- und Schmerzmanagement, Weiterbildungen in der Chirurgisch Technischen Assistenz CTA, in der Gefäßassistenz, im OP – Management oder zur Leitung einer Abteilung. Im tertiären Bildungsbereich sind Bachelor- und Masterstudiengänge je nach Zugangsvoraussetzungen an den Hochschulen oder Universitäten möglich.

Highlights in der Ausbildung

Tag der offenen Tür

OTA und ATA Auszubildende des ersten Ausbildungsjahres führen einmal jährlich einen Tag der offenen Tür in der OTA/ ATA Schule durch, der gemeinsam mit dem auf dem Campusgelände befindlichen Klinikum und dessen Zentral OP verbunden wird.  Die Black Box OP, deren Ausbildungsberufe und Verantwortlichkeiten soll so informativ und erklärend der interessierten Gesellschaft geöffnet und Ängste abgebaut werden.

Ebenso haben die interessierten BesucherInnen die Möglichkeit, auf kurzem Weg vom Zentral OP in die ausbildende OTA- ATA Schule zu wechseln und von Auszubildenden anschaulich diese innovative und vielseitige Ausbildung zur OTA bzw. zur ATA im persönlichen Gespräch vorgestellt zu  bekommen.

Die Feedbacks aus den Jahren 2019 und 2020 sind uns Ansporn nach neuen Lösungen zu suchen, auch unter veränderten Rahmenbedingungen dieses Angebot durchführen zu können.

Bewerberassessment

Wir bilden Teamplayer aus!“

Ihr erlebt bei uns nicht das klassische Vier – Augen Bewerbungsgespräch, hier sitzen alle an einem Tisch, eure zukünftigen PraxisanleiterInnen, KlassenleiterInnen, OP- oder Anästhesieleitungen und beobachten euch in Kleingruppen beim Absolvieren von vier aufeinander aufbauenden Stationen.

Ihr könnt dabei etwas über euch selbst und über euren Traumberuf lernen, bewirb dich jetzt und mach mit!

Peermentoring & Peerteaching

„Interprofessionelle Zusammenarbeit als sozialer Prozess“

„….und was machst du so?“ Auszubildende der OTA/ ATA tauschen sich mit Auszubildenden Pflegefachpersonen intensiv zu ihren Tätigkeiten vor, während und nach einer Operation aus und stellen fest, dass Patientenlagerungen im OP nicht Patientenlagerungen im Pflegebereich sind, obwohl sie sprachlich identisch sind. Was dabei anders ist, erfährst du, wenn du dich für den Beruf der OTA oder ATA bei uns entscheidest.

„Für einen guten Einstieg auf Augenhöhe“

Zum Ausbildungsbeginn hast du zur Orientierung einen echten Experten „an der Hand“, der weiß, was am Anfang wichtig ist… .

Die Mentoren, OTA und ATA Auszubildende des 1. Ausbildungsjahres, die ein Jahr vor dir, die Ausbildung an unserer Schule begannen, sorgen dafür, dass ihr als Mentee face to face Antworten auf eure Fragen findet, dass Instrumente mit historischem Bezug unter „Es war einmal…“ vorgestellt werden und dass du weißt, „Was hat das Kocher Manöver mit der Kocher Klemme zu tun?“

Hospitationswoche

Deinen ersten Theorieturnus schließt Du mit der Hospitationswoche ab. Dein Mentor,  Auszubildende des vorangegangenen Ausbildungsjahres, Deine PraxisanleiterInnnen und Lehrkräfte werden Dich bei Deinen ersten Schritten im OP begleiten.

Alle wichtigen Informationen und Orientierung in deinem zukünftigen Team werden dir gezeigt und mitgeteilt. Hier wirst Du vielleicht das erste Mal den DaVinci-Roboter beim Operieren im Einsatz sehen und erkennen, wie bedeutsam Patientensicherheit in deinem Beruf ist. Du wirst beobachten können, wie gut Fachkräfte im OP und in der Anästhesie miteinander kommunizieren können ohne zu sprechen und was Checklisten und Team Time out sind. Du wirst die Bedeutung von Small Talk erkennen und von professioneller Kommunikation mit PatientInnen aller Altersklassen.

Strahlenschutzkurs

Wir möchten nicht nur „Knöpfchen“ Drücker im OP ausbilden, gleichwohl werden euch die Einsätze in der Angiografie (Gefäße durchleuchten), Herzkatheter (Herzgefäße darstellen) oder in der Unfallchirurgie (bei Knochenbrüchen) zeigen, wie wichtig „Knöpfchendrücken“ im Umgang mit Röntgenstrahlen für eine gute Diagnose ist. Deshalb ist es ein Ausbildungsziel, dass ihr die Kenntnisse im Strahlenschutz erlangt. Im Hauptfokus liegen dabei der eigene und der Patientenschutz sowie der sichere Umgang mit Strahlung. Jedes Jahr macht dieser Kurs den Auszubildenden sowie den Fachdozenten viel Spaß.

Special Olympics

Gesellschaftliches Engagement zeigen und berufliches Handeln im gesellschaftlichen Kontext gestalten, das kannst du mit uns beim Unterstützen des zweimal jährlich stattfindenden Wettkampfes für Menschen mit Beeinträchtigungen. Du sorgst dafür, dass alles rund laufen kann, dass die Starts pünktlich beginnen können und am Ende jeder Sportler seine Urkunde bei der Siegerehrung erhält.    

Azubi OP

„Wer, wenn nicht wir!“

ATA und OTA – Auszubildende am Ende des 3. Ausbildungsjahres leiten selbstorganisiert zwei Operationssäle über zwei Wochen im selbstgeschriebenen Dienstplansystem.

Dabei werden die interprofessionelle Kommunikation im multiprofessionellen Team genauso gefordert, wie die Fähigkeit gemeinsam an einem Strang zu ziehen und den OP Ablauf patientensicher und als Team zu gestalten.

Das Fazit der Auszubildenden zum AZUBI OP ist eine hervorragende selbstorganisierte Prüfungsvorbereitung für  die praktischen Prüfungen, die einige Wochen später von jedem Prüfling durchgeführt werden.   

*Schulische Eignung

Voraussetzung für den Zugang zur Ausbildung nach § 11 ATA-OTA-Gesetz ist mindestens der Besitz einer der folgenden Abschlüsse:

  • mittlerer Schulabschluss oder ein anderer gleichwertiger Schulabschluss

oder

  • eine nach einem Hauptschulabschluss oder einer gleichwertigen

Schulbildung erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung

  1. in einem Beruf, für den eine reguläre Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren vorgeschrieben ist,
  2. in einer landesrechtlich geregelten Assistenz- oder Helferausbildung in der Pflege von mindestens einjähriger Dauer, die die Mindestanforderungen, die von der Arbeits- und Sozialministerkonferenz 2012 und von der Gesundheitsministerkonferenz 2013 in den „Eckpunkten für die in Länderzuständigkeit liegenden Ausbildungen zu Assistenz- und Helferberufen in der Pflege“ (BAnz AT 17.02.2016 B3) beschlossen wurden, erfüllt, oder
  3. in einer bis zum 31. Dezember 2021 begonnenen, erfolgreich abgeschlossenen landesrechtlich geregelten Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder in der Altenpflegehilfe von jeweils mindestens einjähriger Dauer.